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11. Juni 2014

Orientierung in der Weite

Lange Lacke © Uli Feichtinger, 2014

Menschheitsgeschichtlich leben wir in einer sehr sehr interessanten Zeit: Noch nie gab es für uns Menschen solch eine Vielzahl an Optionen und Möglichkeiten wie heute. Über Jahrtausende waren die Lebenswege der meisten Menschen vorgezeichnet bzw. gab es sehr limitierte Wahlmöglichkeiten. Das bedeutet aber auch, dass in unserem kollektiven Gedächtnis noch wenig Erfahrungen abgespeichert sind, wie wir mit dieser Herausforderung der Entscheidungen auf dem laufenden Band gut und leicht umgehen. Daher: Gräme dich nicht, wenn dir Entscheidungen nicht so leicht fallen - sei liebevoll mit dir selbst, wir sind alle Neulinge in diesem Gebiet! :) :) :)

Die heute Vielfalt an Wahlmöglichkeiten stelle ich mir gerne so vor: Ich bin auf einem Schiff mitten auf hoher See. Ich kann in jede beliebige Richtung fahren - 360 Grad - alles offen - alles möglich. Da stellt sich sofort die Frage: Wohin will ich eigentlich?

An welchem Leuchtturm orientierst du dich in der Weite der Entscheidungsmöglichkeiten? Was gibt deinem Leben Richtung und Sinn?

Antworten auf solche Fragen finden wir immer in unseren zentralen Werten. Werte sind abstrakte Begriffe für jene konkreten Erfahrungen und Qualitäten, die uns im Leben wirklich wirklich wichtig sind:
  • was wir uns wünschen
  • was wir vielleicht sogar einfordern
  • was wir vermissen, wenn es nicht "da" ist
  • was wir kommenden Generationen ("unseren Kindern") mitgeben
  • was wir anstreben
  • was wir in die Welt bringen
Viktor Frankl, Begründer der Logotherapie, sieht in der Wertverwirklichung den Sinn des Lebens: unsere Werte tagtäglich zu verwirklichen, ins Leben zu bringen, umzusetzen, einzubringen, darzubringen...

Das Thema ist vielseitig und umfangreich, so habe ich mich entschieden, zum ersten Mal ein Webinar anzubieten: Klarheit, Sinn und Orientierung. In diesen 45 Minuten wird es genau um diese Dinge gehen: Wie bekomme ich Klarheit über meine Werte? Wie finde ich Sinn im Leben? Und woran orientiere ich mich?

Die Tiefe des Traunsees unterstützt uns dann dabei, im Rahmen des Tempel-Wochenendes "Blühe in deiner Berufung auf" in die eigenen Tiefen zu tauchen und von dort die Perlen der eigenen Berufung ans Tageslicht zu bringen. Fragen zu diesem Angebot beantworte ich gerne im Rahmen des Webinars - bitte poste deine Fragen auf der Event-Seite des Webinars.

12. August 2013

Dein Geschenk an die Welt


Vor kurzem wurde mir folgende Frage gestellt:
Wie kann ein Mensch mit sicherem Gespür für die Gefühle anderer diesen am besten dienen? Was glaubst du?
Diese Frage habe ich einige Zeit sickern lassen und bin dabei bei meiner eigenen Wahrheit gelandet...

(C) Uli Feichtinger, 2011
"am besten dienen" – das hängt ja ganz stark vom Weltbild der betroffenen Person ab. Die einen mögen ihre Gefühle am liebsten "wegmachen". Die anderen möchten ihre Gefühle verstehen, die nächsten wiederum möchten sie intensiv spüren, wieder andere möchten sie ausleben (und auf Kopfpolster hauen...), andere möchten ihre Gefühle einfach nur wahrnehmen können, wieder andere möchten lernen, mit ihren Gefühlen sein zu können, ohne sie zu verändern, ...

Wenn also diese Person mit dem sicheren Gespür für die Gefühle anderer sich danach richtet, wie sie diesen anderen am besten dient, dann ist sie mit ihrer Aufmerksamkeit bei den anderen, richtet sich nach diesen anderen – weil ja alle verschiedene Bedürfnisse haben, mit ihren Gefühlen umzugehen – und lebt in der Gefahr, sich für die anderen zu zersprageln... (außer sie ist Expertin für all die unterschiedlichsten Wege, mit Gefühlen umzugehen!)

Wenn dagegen diese Person für sich geklärt hat, was ihr persönliches Geschenk an die Welt ist, wofür sie selbst brennt, was ihre größte Sehnsucht in dieser Welt ist – dann kann sie genau das besonders gut, davon bin ich überzeugt. Wenn diese Person dann klar ist in ihrem Geschenk, in ihrem "Angebot" an diese Welt, dann kann sie genau dieses Geschenk der Welt anbieten. Und dann fühlen sich genau jene Menschen magisch angezogen, die diese Medizin, dieses Geschenk in diesem Augenblick brauchen können... denen genau dieses Geschenk, diese Medizin nun in diesem Augenblick, in dieser Situation weiterhilft...

Ich befürworte, dass wir alle in uns unser Geschenk an die Welt, unsere Medizin für die Welt finden – das ist gleichzeitig unsere Sehnsucht für die Welt: "Ach, ich wünsche mir so sehr, dass in dieser Welt ..." Wenn wir Menschen diese unsere innerste Sehnsucht gefunden haben und leben, dann sind wir "am richtigen Platz" in dieser wundervollen Choreographie des Lebens und besonders wirksam.

Wobei: Wir sind immer "am richtigen Platz" in der wunderbaren Choreographie des Lebens! :) Davon bin ich auch überzeugt! :) Doch je bewusster wir unser Geschenk, unsere Medizin kennen und je bewusster wir unser Angebot in die Welt aussenden, umso wirksamer können wir sein!

Und genau das ist es, was die Welt gerade braucht: Menschen, die ihre Sehnsucht in der Welt verwirklichen, die ihre Berufung umsetzen, die ihre Medizin in die Welt bringen... 

Wie Chameli Ardagh immer wieder sagt: We all want to leave our mark of beauty in the world. 

Oder wie Howard Thurman es ausgedrückt hat: Die Welt braucht Menschen, die lebendig geworden sind! :)

PS: Deine Berufung kannst Du auf die Spur kommen! :) Wie? Auf meiner Website gibt es dazu viele verschiedene Inputs! :)

17. Juni 2011

Den Geist auf die Welt bringen


In vielen (bzw. in den meisten) spirituellen Traditionen geht es darum, das weltliche Leben und den eigenen Körper so weit als möglich hinter sich zu lassen, sich immer mehr von ihm zu lösen und eins zu werden mit dem Geist. Der Tod gilt als Erlösung von diesem "Hindernis" Körper. Man könnte sagen, es geht darum, die Welt und die Materie hinter sich zu lassen und ganz im Geist aufzugehen.

Folge davon sind Verhaltensweisen wie zum Beispiel
  • fasten
  • keusch leben
  • eremitisch bzw. zurückgezogen leben
  • viel meditieren bzw. beten
  • Erleuchtung anstreben

Solange ich mich erinnern kann, hatte ich bei diesen Dingen kein wirklich gutes Gefühl, es hat sich für mich nie "richtig" angefühlt. Speziell in den letzten Jahren, wo ich mit kleinen Kindern zusammenlebe, kommt es mir besonders unpassend vor, totale Stille und Innenkehr als einzig gültige spirituelle Praxis gelten zu lassen. Außerdem passt es nicht zu meinem Weltbild, dass wir unseren Körper als unnötiges Etwas bekommen haben sollen, vielleicht sogar noch mit dem Ziel, um uns hier auf der Welt leiden zu lassen. All das hat sich einfach nicht stimmig angefühlt.

Umso mehr war ich erleichtert, in den letzten Monaten eine neue Form von Spiritualität kennen zu lernen. Es war Chameli Ardagh, die mir zum ersten Mal verständlich gemacht hat, was eine spirituelle Alternative sein könnte, sie nennt es die feminine Spiritualität.

Chameli Ardagh
In einem Interview beschreibt Chameli Ardagh ihre Entwicklung ähnlich wie ich oben:
Doch egal wie viel ich auch meditierte, blieb eine Verwirrung über die Tatsache, dass ich in einem weiblichen Körper lebe: einem so lebendigen Körper, mit so tiefer Sehnsucht und Bereitschaft zu lieben. Schließlich entdeckte ich, dass die meisten spirituellen Übungen für ein klösterliches Leben gemacht wurden, von Männern für Männer. Da wurde mir klar, dass wir als moderne Frauen andere Lösungen brauchen.

Durch einen sehr raschen und turbulenten inneren Prozess wurde mich klar, dass es um etwas zutiefst Feminines geht: Tagtäglich bringen Frauen rund um den Globus Seelen auf die Welt. In den Bäuchen von Frauen bekommen Seelen eine Form, einen Körper!

Feminine Spiritualität ist für mich analog dazu ein Leben, wo wir den Geist, den Spirit auf die Welt bringen! Tagtäglich. Mitten im Leben. Während die Kinder streiten. Während die Freundin am Telefon über ihre Sorgen klagt. Während Arbeitssitzungen. Beim Einkaufen. Am Klo. Bei der Gartenarbeit. Beim Kochen. Beim Email-Schreiben. Beim Putzen. Beim Sex. Beim Malen. Beim Ausfüllen der Steuererklärung. Einfach während wir leben.

In verschiedenen Coaching-Sitzungen der letzten Wochen fällt von verschiedensten Kundinnen immer wieder ein Satz: "Es geht ums Leben!" Ja, darum geht es uns: mit beiden Beinen fest auf der Erde, den Kopf im Himmel, die Hände tatkräftig, das Herz offen! :)

Seit ich durch Chameli Ardagh zu diesen Erkenntnissen und Erfahrungen gekommen bin, fühle ich mich "daheim" angekommen. Ja, das ist meine Form von Spiritualität. Das ist für mich eine stimmige und lebbare Form von Spiritualität. Es tut so gut, sich verstanden zu fühlen, sich erkannt und wahrgenommen zu fühlen!

Wenn Du mehr über Chamli Ardagh und ihre Arbeit erfahren willst, kannst Du auf der englischen Seite oder auf der (weniger ausführlichen) deutschen Seite schmökern, oder Dich auf Facebook mit ihr verbinden! :)

Mein Daheim-Ankommen in der femininen Spiritualität hat eine neue Sehnsucht entfacht: etwas wie eine Frauentempelgruppe in Gmunden Umgebung: feminine Spiritualität in einer Gruppe von gleichgesinnten Frauen ins persönliche Leben bringen und festigen, gemeinsam Lebensübergänge feiern, gemeinsam tiefe Erfahrungen machen. Das ist mein Wunsch, meine Sehnsucht! :) Ich bin gespannt, wie sich dieser Traum in meinem Leben manifestieren wird! :)

Prompt hat sich in Gmunden Umgebung eine Gruppe von Frauen gefunden, die unter der Leitung von Yona Sophia und unter dem Namen "Mondtänzerinnen" regelmäßig zusammenkommt, um gemeinsam zu singen, zu tanzen, zu meditieren und zu lachen! :) Für interessierte Frauen ist Yona unter yona_sophia @ web.de erreichbar.