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4. März 2014

Ruf der Tiefe

~ call of deep waters ~ Uli Feichtinger ~ 2014
Noch dreht sich alles um die Narrenzeit, den Fasching, den Karneval. Doch darunter spüre ich eine andere Welle – einen Ruf in die Tiefe. Das alltägliche Wer-mit-wem-und-warum-und-was ... Es ist ja ganz interessant und lustig, aber befriedigt uns dies? Nährt es uns? So richtig? Fühlen wir uns nachher wohler? Fühlen wir uns nachher runder, vollständiger, gelassener, friedlicher, freundlicher?

In wenigen Stunden beginnt die Fastenzeit. Was, wenn wir uns für diese 40 Tage zu unserer eigenen Tiefe im Inneren bekennen? Nachforschen, welche wunderbaren Wesen und Erscheinungen wir dort finden? Die Welt im Inneren erkunden – die dunklen Stellen und die hellen – die lustigen Erinnerungen und die traurigen – die Wunden und die Erfolge – die Tränen der Trauer und die Tränen der Freude – die Sehnsüchte, Träume und Wünsche – all die Erfahrungen, die in unserer inneren Tiefe abgespeichert sind – eine Schatztruhe, ein Fundus an Erfahrungen. Dieser Schatz macht jeden Menschen so einzigartig.

Was, wenn wir uns in diesen 40 Tagen auf die Schätze in uns drinnen konzentrieren – statt im Außen zu jammern, statt andere zu beschämen, statt im Außen herumzuwerken. Mit einem Seufzer nach innen gehen – surrender to your own beautiful inside.

Du hast Angst vor dem, was du in dir drinnen finden könntest? Dass es da ungelöste Probleme gibt? Dass die Dinge, die du lange genug im Keller versteckt hast, aufkommen könnten? Tja, vielleicht ist es nun an der Zeit, diese Dinge anzusehen, wahrzunehmen, in den Arm zu nehmen? Du brauchst es nicht alleine zu tun. Es gibt Menschen, die dich unterstützen können. Es gibt inzwischen so viele Angebote, wo du gehalten und unterstützt wirst in deiner inneren Arbeit. Gerne bringe ich auch meine Arbeit in diese bunte Palette von Angeboten ein.

Meine Erfahrung ist, dass wir mehr in uns selbst ankommen, leichter in unsere innere Ruhe finden, tiefer vertrauen können – wenn wir uns mit der eigenen Tiefe im Innen beschäftigen. Wer die eigene Tiefe erkundet hat, hat keine oder weniger Angst vor der Tiefe in anderen Menschen. Nichts Menschliches ist mehr fremd. Automatisch reduziert sich das Beschämen und Anklagen. Wer sich selbst zu lieben gelernt hat, entwickelt Schattenverträglichkeit. Wer sich selbst zu vergeben gelernt hat, entwickelt Fehlerverträglichkeit. Loving kindness – liebevolle Freundlichkeit – ist das Ergebnis von Tauchgängen in die eigene innere Tiefe.

So frage ich dich: Bist du bereit, dem Ruf der Tiefe in dein Inneres zu folgen? Jetzt?

Komm, springen wir gemeinsam!

18. März 2013

Leitfaden für die Reise durch das Land des Nicht-Wissens

Mythen beschreiben allgemein gültige Zusammenhänge in symbolischer Form. Der Mythos von Inannas Reise in die Unterwelt kann uns dienen, intuitiv ein Verständnis für unsere Ausflüge ins Land des Nicht-Wissens zu bekommen. In einem ca. 11 Minuten langen Video erzählt Chameli Ardagh diesen Mythos (mit deutscher Übersetzung). Chameli betont, dass es darum geht, dass wir jedes Mal bei einem Abstieg in die Unterwelt einen Teil unserer Identität verlieren, der nicht mehr zeitgemäß ist. In solchen Transformationsphasen entwachsen wir also unseren zu klein gewordenen Kleidern und wachsen jedes Mal mehr in das hinein, was wir eigentlich sind. Nach dieser Veränderung tauchen wir wieder auf in der Oberwelt, mit neuer Kraft, mit neuer Klarheit, mit neuer innerer Weisheit. Die Krise wird zur Chance...

Jede einzelne Reise in das Land des Nicht-Wissens ist individuell und einzigartig. Daher gibt es keinen allgemein gültigen Reiseführer durch die Unterwelt. Aus der Erfahrung heraus lassen sich allerdings zehn Punkt in einer Art Leitfaden festhalten, der die Reise durchaus erleichtert:

1. Freiwillig mitgehen

(C) Uli Feichtinger, 2009
Wenn ich merke, dass sich wieder eine Transformationsphase anbahnt, gehe ich – soweit es nur geht – aus dem Widerstand. Ich kann mich dieser Veränderung ohnhin nicht entziehen. Also gehe ich lieber freiwillig mit als mich nachschleifen zu lassen. In meinem Vortrag "Spirituelle Grundgesetze"gehe ich auf dieses Widerstand-Aufgeben unter dem Titel ALOHA ganz speziell ein, weil es ein zentrales Thema ist – daher steht es auch in meiner Aufzählung an erster Stelle.

Ich habe für mich die Bezeichnung Lehrgang gewählt: "OK, der nächste Lehrgang hat begonnen." Dadurch mache ich mir zwei Dinge deutlich:
  1. Es geht darum, etwas zu lernen. So habe ich von Anfang an den Fokus darauf, um welchen Bereich von Wachstum und Transformation es diesmal gehen könnte.
  2. Es handelt sich um eine Phase, die auch wieder vorüber geht. Dieser Lehrgang hat auch wieder ein Ende.

Zu dieser Sicht des Lehrganges hat mich unter anderem das Buch "Mutige Seelen" gebracht, denn es stellt die Erfahrungen unseres Lebens in einen viel größeren Kontext.

2. Mit sich selbst liebevoll sein

Gerade im Land des Nicht-Wissens, gerade in Zeiten von Krise und Transformation ist es besonders wichtig, mit sich selbst liebevoll und achtsam umzugehen. Für unsere inneren Prozesse stellen wir Energie zur Verfügung, daher sind wir in solchen Phasen nicht so leistungsfähig wie sonst. Wir sind aufgefordert, dies anzuerkennen, uns Auszeiten zum Auftanken zu nehmen und uns keine Vorwürfe zu machen (dass das alles schneller gehen sollte, dass wir noch immer nicht damit klar kommen, dass ...). Wenn wir uns vorstellen, wie achtsam wir mit Menschen in "schwierigen Lebensphasen" umgehen (z.B. nach dem Tod eines Angehörigen), dann haben wir eine Ahnung bekommen, wie liebevoll wir mit uns selbst in Transformationszeiten umgehen sollten.

Gerade in Zeiten, wo wir uns unrund, nicht in unserer Mitte, aus dem Gleichgewicht geraten fühlen, gerade da ist es sinnvoll, bewusst wahrzunehmen, wovon wir zu viel im Leben haben und was es auf der anderen Waagschale braucht, um wieder in Balance zu kommen. Mein Modul "Frau-Sein in Balance" des Jahreszyklus Ganz.Frau.Sein von akasha beschäftigt sich genau mit diesem Thema.

3. Im eigenen Prozess bleiben

Wenn wir uns nicht wohl fühlen, wenn wir uns unrund fühlen, wenn Sand im Getriebe ist, fühlen wir uns verleitet, im Außen nach Gründen zu suchen bzw. unser inneres Unwohlsein durch Aggression im Außen abzureagieren. Zu unserem eigenen Wohl und zum Wohle unserer Mitmenschen ist es toll, wenn wir es schaffen, immer wieder in den eigenen inneren Prozess zurückzukehren und unsere inneren Turbulenzen so wenig als möglich auf andere zu projizieren. Es bringt nichts, im Außen "herumzufuhrwerken" (außer mehr Ärger und Turbulenzen) – unsere Energie ist im inneren Prozess viel wertvoller eingesetzt!

4. Synchronizitäten wahrnehmen

(C) Uli Feichtinger, 2011
C. G. Jung hat das Wort Synchronizitäten geprägt, gemeint sind damit die "berühmten Zufälle". Wenn Dinge "ganz zufälligerweise" genau dann passieren, wenn sie notwendig sind oder gebraucht werden. Beispiel: Am Beginn einer solchen Transformationszeit, eines solchen Lehrganges war mir noch nicht klar, worum es diesmal gehen sollte. Doch dann sprach jemand im Coaching über Machtkämpfe, in einem Vortrag ging es darum, wie Menschen Macht ausüben (oft ganz unbewusst und scheinbar machtlos) – durch diese gehäuften Synchronizitäten wurde mir klar: Ja, stimmt, darum geht es gerade. Es geht für mich gerade darum, aus unbewussten Machtkämpfen bewusst auszusteigen.

Im Berufungscoaching kommen solche "Zufälle" oft vor. Während wir durch unseren Prozess gehen, schickt das Leben uns Bücher, Filme, Menschen, Vorträge, Videos, Ereignisse, Möglichkeiten, die uns einen großen Schritt weiter bringen in unserer spirituellen Entwicklung. Wenn wir uns bewusst für einen solchen Lehrgang entscheiden, unterstützt uns das Leben / das Universum / die Göttin / Gott / das Bewusstsein mit Synchronizitäten. Unsere Aufgabe ist es, achtsam genug zu sein, um diese Synchronizitäten wahrzunehmen und einordnen zu können.

Wenn wir also das Gefühl haben, dass irgendetwas gar nicht so zufällig während unseres Aufenthaltes im Land des Nicht-Wissens passiert, können wir uns fragen:
  • Wie passt das zu meinem aktuellen Prozess?
  • Was will mir dieser "Zufall", diese Synchronizität sagen?
  • Wie passen die einzelnen Puzzle-Steine zusammen?

5. Den Körper miteinbeziehen

Zu solchen "Zufällen" gehören auch Körpersymptome. Wenn wir uns als spirituelle Wesen verstehen, die diese Inkarnation in einem Körper verbringen, dann sind körperliche Symptome mehr als Zufälle, sind vielmehr Botschaften unserer Seele. Um diese Botschaften erkennen zu können, ist es notwendig, dass wir mit unserem Körper in Kontakt sind, dass wir "uns spüren", dass wir regelmäßig die Körperlandschaft erkunden. Ich habe in den letzten 1,5 Jahren sehr gute Erfahrungen mit meditativem Yoga bei Barbara Schmitzberger gemacht. Doch ich bin sicher, dass jede Körperarbeit mit Achtsamkeitsübungen ebenso dafür geeignet ist, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen, kennen zu lernen, verstehen zu lernen.

Manche Menschen meditieren über ihre Körpersymptome, um deren Botschaft zu verstehen. Eva Ulmer-Janes hat in ihren Gesundheitsworkshops immer wieder die Frage gestellt: "Woran hindert dich das Symptom? Wozu zwingt dich das Symptom?" Die Antworten sind meistens sehr aufschlussreich! :) Zusätzlich verwende ich gerne folgende drei Bücher, um die Bedeutung körperlicher Symptome zu verstehen:

So können beispielsweise Augenentzündungen darauf hinweisen, dass wir noch nicht wirklich hinschauen wollen – auf das aktuelle Thema, auf den Schattenaspekt, der sich uns zeigen möchte, auf die Herausforderung. Durchfälle können uns auf unsere Ängste hinweisen, Verstopfung hingegen auf Bereiche, wo wir uns noch zurückhalten. Aussagen des Volksmundes sind oft sehr aussagekräftig...

6. Aus dem Drama aussteigen

Dies ist einer der wichtigsten Aspekte überhaupt. Oh, wieviel Zeit und Energie verlieren wir durch das Drama, das wir aus vielem machen. "Oh, was mir heute Schreckliches passiert ist!" – "Oh, es macht mich ja soooooo wütend, dass ...." – "Ach, es ist ja soooo schlimm, dass ..."

Sobald wir es schaffen, "eine Etage höher zu steigen", unser Leben aus der Beobachtungsposition zu betrachten, die Seelenebene (vgl. "Mutige Seelen") miteinzubeziehen, beenden wir das Drama. Es geht nicht darum, die Vorkommnisse des Lebens und deren Auswirkungen zu leugnen, ganz im Gegenteil. Doch wir machen uns selbst einen großen Gefallen, wenn wir unsere Zeit und Energie nicht mit Drama-Inszenierung vergeuden, sondern uns auf den Kern der Botschaft des Ereignisses konzentrieren.


7. In der Zuversicht bleiben

(C) Uli Feichtigner, 2013
Das ist eine der schwierigsten Herausforderungen, ich weiß! Zuversicht bzw. Vertrauen kann man nicht einfach im Supermarkt kaufen. Vertrauen hat jedoch mit bewusst gelenkter Energie zu tun, und das können wir alle lernen und üben. Es ist (zu einem großen Teil) unsere Entscheidung, ob wir Energie in den Zweifel investieren bzw. in die Frage "Warum gerade ich?" – oder ob wir die Energie auf eine Überzeugung lenken, die uns auf der Reise durch das Land des Nicht-Wissens unterstützt: "Ich weiß zwar gerade nicht, wofür das alles gut sein soll und was ich da lernen soll. Doch ich vertraue darauf, dass alles seinen Sinn hat und dass es das Leben gut mit mir meint." Zuversicht!


Wenn wir aus dem Vertrauen herausfallen, dann ist es gut,
  1. liebevoll mit sich selbst zu sein,
  2. sich selbst zu verzeihen – und
  3. bewusst wieder ins Vertrauen hinein zu gehen: Die Frage "Wohin will ich meine Energie WIRKLICH lenken?" kann dabei sehr gute Dienste leisten.

8. Aufrichtig sein

Wie oft machen wir uns etwas vor? "Das Thema Machtkämpfe hat nichts mit mir zu tun, ich hab da kein Thema damit." Auch das Verleugnen unserer Schattenseiten braucht viel Energie. Meine Metapher ist dafür ein Druckkochtopf. Dauernd bedacht zu sein, dass ja nichts aus diesem Kochtopf herauskommt und sichtbar wird, ist sehr Energie-aufwändig. Den Deckel zu öffnen und den Dampf aus dem Topf zu lassen, ist die Energie-schonendere Alternative.

Den Deckel zu öffnen, das ist gleichbedeutend damit, aufrichtig zu sein. "Ja, es stimmt, dass ich ..." Probiere es einmal aus! Entweder du schreibst es für dich selbst auf (schwarz-auf-weiß hat noch immer eine besonders gute Wirkung) oder du suchst dir eine vertrauensvolle Zeugin / einen vertrauensvollen Zeugen. Du kannst zum Beispiel während des nächsten Fressanfalles deiner Freundin ein SMS schreiben: "Ich habe gerade wieder einen Fressanfall." Oder aus der Umkleidekabine bei deinen Frustkäufen. Oder du schreibst deinem Freund ein Email: "Ich bin schon wieder eifersüchtig auf meine Frau, weil sie alleine ausgeht." Natürlich sollten dies Menschen sein, denen du wirklich 100%ig vertraust.

Vielleicht merkst du schon jetzt beim Lesen die Erleichterung, die sich breit macht, wenn die dunkle Seite endlich nicht mehr geleugnet wird, sondern gesehen werden darf!? Falls sich bei oder nach der Aufrichtigkeitsübung Schulgefühle einstellen:
  1. Gehe zu Punkt "mit sich selbst liebevoll sein".
  2. Verzeihe dir selbst. Nimm die "Moral aus der Geschichte" mit und gehe deinen Weg weiter.

9. Sich mit anderen austauschen

Es tut einfach gut, Gleichgesinnte zu haben, mit denen man sich austauschen kann – über die Herausforderungen des aktuellen inneren Prozesses, über mögliche Zusammenhänge, über mögliche Ursachen, über mögliche Unterstützung, über mögliche Entwicklungen, über mögliche Fortschritte. Dieser Austausch geht meist über konkrete Ansätze für den eigenen Prozess hinaus: Wenn wir erkennen, dass andere Menschen ähnliche Themen bearbeiten (wenn auch mit anderen konkreten Ausprägungen in deren Leben), beginnen wir eine Ahnung zu haben, was es bedeuten könnte, dass gerade kollektive Themen aktiv sind und sich auf das individuelle Leben von einzelnen Menschen auswirkt.

Im Austausch mit anderen kommen oft auch Erklärungsversuche für die aktuellen Vorkommnisse zur Sprache, die als brain food, als Hirnnahrung, als Beruhigung für den Verstand hervorragende Dienste leisten. Oft sind in diesen Erklärungen auch hilfreiche Hinweise auf den eigenen Prozess (siehe Synchronizitäten) enthalten.

"You don't have to do it alone." Das ist ein zentraler Satz von Chameli Ardagh. Natürlich gehst du durch deinen Prozess selbst durch, das kann niemand für dich übernehmen. Doch du kannst dir Menschen suchen, die am Eingang in die Unterwelt auf dich warten – denke an Inanna, die ihre Priesterin am Eingang in die Unterwelt postiert. Solche Zeuginnen und Zeugen unserer Prozesse sind von großer Bedeutung, denn wir wissen, dass jemand auf uns am Ausgang der Unterwelt wartet und unsere erfolgreiche Rückkehr mit uns feiern wird.

Solche Zeuginnen und Zeugen können sehr nahestehende Menschen sein, es können Gleichgesinnte (z.B. einer spirituellen Gruppierung) sein, es können Coaches und TherapeutInnen der verschiedensten Richtungen sein. You don't have to do it alone!

10. Die Ernte des Lehrganges einfahren

(C) Uli Feichtinger, 2011
Dieser Schritt wird sehr oft ausgelassen – da spreche ich aus eigener Erfahrung! :) In meinem persönlichen Erleben ist ein solcher Lehrgang abgeschlossen, wenn plötzlich alle Teilchen zu einem Mosaikbild werden, wenn ein Stein zum anderen passt, wenn es plötzlich vollkommen klar ist, worum es geht, was zu tun ist, was die Zusammenhänge sind, wie eins zum anderen passt, was die Synchronizitäten bedeutet haben, welchen Sinn das alles macht und was "die Lehre" des Lehrganges ist. Ich genieße diese Phase, wenn die Synapsen im Gehirn britzeln und bratzeln (so nenne ich das für mich! :) ), wenn eine Erkenntnis auf die nächste folgt und wenn alles plötzlich Sinn ergibt. Anfangs dachte ich, dass ich mir diese genialen Erkenntnisse ohnehin merken würde, doch inzwischen bin ich dazu übergegangen, die Ernte schriftlich festzuhalten. Dieses zu-Papier-Bringen hat den Vorteil, dass ich die Erkenntnisse klar formuliere und somit in mir festige. Und es ist ein Zeichen der Wertschätzung für mich und meinen inneren Prozess – eine Würdigung.

8. Februar 2013

One Billion Rising Gmunden / Salzkammergut


Ich denke, es ist nicht schwer zu erraten, welche der Zeilen meiner Berufung mich motiviert, derzeit die weltweite Kampagne One Billion Rising gemeinsam mit Eva-Maria Grossmayer-Gurney ins Salzkammergut bzw. nach Gmunden zu bringen! :) :) :) Bei One Billion Rising Gmunden / Salzkammergut steht für mich im Vordergrund, Frauen zu stärken. In diesem Projekt geht es um die globale Verbundenheit von Frauen! Auf der ganzen Welt werden am 14. Feber, dem Valentinstag, Millionen von Frauen und Männern auf die Straße gehen und tanzen – mit einem gemeinsamen Ziel: Stoppt die Gewalt an Frauen und Mädchen!

Ich sehe in dieser globalen Kampagne eine Bewegung, die weder in der Opferrolle bleibt, noch einen Geschlechter-Machtkampf betreibt. Für mich wird hier ein dritter Weg sichtbar: Wir wissen, was uns wichtig ist, was unsere "innere Wahrheit" ist – und treten dafür ein: gewaltlos, voller Lebensfreude und mit Selbstbewusstsein! :) :) :)

In der abgebildeten Notiz habe ich festgehalten, warum ich mich für One Billion Rising engagiere. Die Skizze rechts unten soll meine Sehnsucht veranschaulichen, dass Frauen und Männer sich auf einer Augenhöhe begegnen. Ich verstehe darunter, dass Frauen und Männer sich gegenseitig als gleich wertvoll ansehen.

Wenn A und B sich gegenseitig als gleich wertvoll erleben, wird keine/r von beiden es sich erlauben können, die Grenzen der anderen Person zu überschreiten. (Gewalt ist für mich einfach ein anderes Wort für Grenzüberschreitung.) Somit ist ein Leben in Augenhöhe für mich gleichbedeutend mit einem Leben voller Respekt und Achtung – und damit voller Friede.

Ich lade dich ganz herzlich ein, am Valentinstag für ein solches Leben ein Zeichen zu setzen. Vielleicht magst du bei uns in Gmunden dabei sein (14. Feb., 17-18 Uhr, Rathausplatz), oder bei einer anderen Veranstaltung von One Billion Rising in Österreich oder auch in jedem anderen Land.

Für mich ist es so unglaublich schön zu sehen, dass auf der ganzen Welt Menschen sich für eine Sache einsetzen, sich erheben und tanzen! Die Welt wächst tatsächlich zusammen. Die Menschheit hat es geschafft, die Ländergrenzen zu überwinden und sich global zu einer Kampagne zu organisieren. Das ist für mich ein Zeichen, dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind! Ich freu mich, wenn auch du bei dieser weltweiten Bewegung am 14. Feber dabei bist! :) :) :) :)

PS: Die offiziellen Presse-Aussendungen findest du auf www.weripower.at!

17. Januar 2013

Ungleichgewicht


(C) Uli Feichtinger, 2013

In unserer Gesellschaft überwiegen derzeit Qualitäten, die gemeinhin als maskuline Qualitäten bezeichnet werden. Ich möchte die Verbindung dieser Qualitäten zum biologischen und sozialen Geschlecht von Menschen kappen und daher lieber von Yang Qualitäten sprechen.

Was sind diese derzeit dominierenden Qualitäten, die einen Yang Überschuss in der Gesellschaft bewirken?
·       Rationalität
·       Effektivität
·       Wettbewerb
·       Leistung
·       Zielorientierung
·       Ergebnisse

Aus meiner persönlichen Erfahrung, aus meiner Coaching-Praxis und aus dem Beobachten unserer Gesellschaft schließe ich, dass ein Leben, das sich zentral nach den obigen Werten ausrichtet, zu Angst und damit zu Stress führt – wir erkennen das an der aktuellen BurnOut Situation in unserer Gesellschaft.

Schon in vielen Kindergärten (Ausnahmen bestätigen die Regel) stehen Wettbewerbsspiele auf der Tagesordnung. "Erster!" Ich habe drei Kinder – ich weiß, welchen Stress solche Wettrennen, Wettessen, Wettanziehen, Wettsonstnochwas verursachen. Die Erwachsenen sind da um keinen Deut besser. Die Freizeitgestaltung der meisten Menschen beinhaltet Wettbewerb – und wenn es der Wettbewerb mit sich selbst ist, ob die Trainingserfolge von letzter Woche überboten werden können. Leistung zählt. Nicht nur im Job, sondern in allen Lebensbereichen.

Und was ist mit denen, die nicht so schnell laufen können, die nicht so viel Stoff lernen können, die nicht so viele Stunden arbeiten können, die nicht so gut verkaufen können, die nicht so geübt sind im Umgang mit dem Computer, die nicht so schnell im Ausfüllen von Formularen der Qualitätskontrolle sind, die nicht so souverän in Präsentationen sind, die nicht ... ?

Sie haben Angst. Dass sie nicht gut genug sind. Dass sie ausgelacht werden. Dass sie keine Anerkennung bekommen. Dass sie aus dem System rausfallen. Dass sie nicht wertvoll sind. Dass sie ihren Lebensunterhalt nicht mehr verdienen können. Dass sie keine Perspektive im Leben haben.

Vielen sind diese Ängste nicht bewusst. Dennoch: Selbst diejenigen, die irgendwo an der Spitze sind, haben Angst, dass sie in einem anderen Lebensbereich keine so "gute Performance bringen" können. Ich wage zu behaupten: Wir alle haben solche Ängste – mehr oder weniger bewusst.

Es geht uns also alle an und nicht nur ein paar "Looser". Warum beginnen wir dann nicht das System zu ändern? Einige haben schon angefangen, sich von diesen zentralen Werten unserer Gesellschaft zu lösen. Diese VorreiterInnen haben alle ihren ganz persönlichen, individuellen Weg, sich von dem obigen Werte-Kanon zu emanzipieren. Es gibt da kein Kochrezept "wie man sich aus dem Patriarchat befreit". Allerdings ist es möglich, ein paar sehr wichtige Zutaten zu nennen:
·       Selbstreflexion
·       Achtsamkeit und Bewusstheit
·       Schattenarbeit
·       Selbstliebe

Es gibt auch Zutaten, die oft in den einzelnen Wegen zu finden sind, die es jedoch wert sind, vermieden zu werden:
·       Leidensdruck
·       schwere Krankheit
·       BurnOut Symptome

Wenn wir uns auf solch einen Weg machen, ist es gut zu wissen, wo wir eigentlich hinwollen. Welche Gesellschaft wünschen wir uns? Wie können wir das bewirken? Damit beschäftigt sich der nächste Beitrag.

Weckrufe der Seele

Wenn das Leben aus der Balance gerät,
wenn wir aus der Bahn des Alltages geworfen werden,
sei es durch Burnout, Fehlschwangerschaft, Unfall, Kündigung, etc.,
so können wir dies als Weckruf unserer Seele ansehen.
Nutzen wir diese Gelegenheit bewusst,
um uns an den Sinn im Leben zu erinnern!

Wochenendseminar "Weckrufe der Seele"
4. bis 6. März 2016
Bildungshaus Schloss Puchberg, Wels