22. Dezember 2011

Ich bin da.

Im Coaching höre ich von meinen Kundinnen und Kunden immer wieder, wie gut es ihnen tut, dass ich ihnen zuhöre, sie fühlen sich verstanden und wahrgenommen. Sie bekommen offensichtlich Antwort auf die Sehnsucht: "Can you hear me? Can you see me? Do you care whether you see me or not?"


Dies ist das Wunder der Präsenz, des ganz-da-Seins, des sich-auf-die-andere-Person-Einlassens. Während eines Coachings tritt meine persönliche Befindlichkeit in den Hintergrund und meine Aufmerksamkeit liegt ganz bei dem Menschen, der mir gegenüber sitzt.

"Ich bin da." – Das ist wohl eines der größten Geschenke, das wir uns und anderen geben können. Wenn wir ganz-da-sind, tritt unsere persönliche Soap Opera in den Hintergrund, wir kommen im Hier und Jetzt an, wir sind wach und klar – wir sind "da" – wir sind lebendig!

Schon im Gymnasium habe ich bei meinem engagierte Religionslehrer gelernt, dass dies der Kern der göttlichen Botschaft ist:

Damals vor 3000 und mehr Jahren wurde Gott als personifiziertes männliches Wesen dargestellt. Lassen wir diesen Gott zu "dem Göttlichen" werden, so wird klar, dass in voller Präsenz und Wachheit das Göttliche, das Heilige, Spirit zu Tage tritt.

Wenn wir also ganz-da-sind, tritt die Soap Opera der 3d Verstrickungen in den Hintergrund. Wir und unser Gegenüber kann das Göttliche in uns, den Spirit, die Seele viel klarer wahrnehmen – meist vollkommen unbewusst. Wir bemerken es daran, dass wir uns wohlfühlen, wenn ein Mensch uns seine Präsenz schenkt – Verbindung auf Seelenebene kann stattfinden.

Nicht nur anderen Menschen gegenüber ist ganz-da-Sein ein Geschenk – auch uns selbst tut unsere eigene Präsenz sehr gut. Angelehnt an die Impulse von Sebastian Gronbach über die Einsamkeit im Advent haben wir in unserer Jahregruppe Spirit@Alltag den heurigen Dezember der spirituellen Praxis des Wachbleibens gewidmet. Es geht darum, wach zu bleiben, bei den aufsteigenden Emotionen zu bleiben, keine Geschichten dazu zu erfinden, keine Warum-Erklärungen dazu abzugeben. Einfach das, was ist, wahrnehmen und annehmen. Wach bleiben mit dem, was da ist. Das Erstaunliche ist immer und immer wieder: Es braucht das Drama, die Soap Opera des Lebens nicht. Das vermeintlich Furchtbare transformiert sich in der Präsenz, in der Wachheit, in der Klarheit.

Oder anders ausgedrückt: Jammern, Leiden und Zynismus decken die wahren Gefühle zu. Wachbleiben bedeutet, mit diesen wahren Gefühlen präsent zu sein, ihnen Raum zu geben und ihnen somit die Möglichkeit zur Transformation zu geben.

So meine ich mit dem zweiten Teil meines Weihnachtswunsches


... und lass es 2012 so richtig strahlen! :)

dass ich Dir wünsche, Dein Licht strahlen zu lassen, Deinen Spirit in Dein Leben bewusst einzubringen. Auf Englisch würden wir sagen: "Show up!" In der Coaching-Ausbildung haben wir es so ausgedrückt: "Geh in deine Power!"

Werde wach und bleibe wach. Werd lebendig! Bringe deine Geschenke in die Welt. Lass dein Licht strahlen! Setz deine Berufung bewusst und begeistert um! :) Das wünsch ich dir für 2012 und für immer! :)

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